Bei sich ankommen

Quadratlatschend Vorläufer sein.

Einen Schritt nach dem anderen setzen in großen Sandalen.

Klick, klack. Immer gut überlegen, wohin der nächste Schritt zu setzen sei.

Heute ist der dritte Advent.

Gedacht wird Johannes des Täufers.

Was bleibt in Köpfen, wird tradiert?

Heuschrecken und wilden Honig aß er. Erzählte Menschen Erstaunliches darüber, wie man friedlicher miteinander umgehen könne. Taufte Jesus. Wurde gefangen genommen aufgrund seines Tuns und hingerichtet, weil eine Frau eine andere anstiftete, dies zu verlangen.

Woraus zu lernen ist: Wer davon spricht, wie es auf Erden friedlicher zugehen könnte
und Menschen damit begeistert, lebt gefährlich. (Zusatzlerneffekt fürs kollektive Unbewusstsein: Die Frauen warn’s!, aber das nur am Rande.)

Darüber hinaus wird Johannes der Täufer Vorläufer genannt. Denn es trat jemand in seine Fußstapfen. Auch dieser Mensch wurde hingerichtet.

Wann hört das mal auf? Lässt sich irgendwie verhindern, dass Menschen zu Tode kommen,
nur weil sie davon sprechen, wie sich friedlicher leben ließe?

Vielleicht hilft lückenloses Vorlaufen. Mit fugenloser, einhundertprozentiger Anschlussfähigkeit dessen, was gesagt wird.

Jetzt, da wir Menschenleben hierzulande durch solche Lockdowns bewahren, ist vielleicht eine gute Gelegenheit zu überlegen: Wie können wir nach und nach bewirken, dass Menschenwürde überall auf der Welt gilt, statt dass sie weiterhin von mancher Macht mit Füßen getreten wird oder ihr Schlimmeres geschieht?

Der Mensch ist ein bedingungslos geliebtes Gottes- oder Universumskind.

Klack.

Gott hat alle Kreatur heil und ganz gemeint.

Klick.

Darum ist es Geburtsrecht aller Kreatur, heil und ganz zu sein …

Klack.

… und gegebenenfalls wieder zu werden, so sie es nicht ist (was jedoch generell so ist, also unganz, denn sonst sähe es auf Erden anders aus).

Klick.

Heuschrecken und Honig als Nahrung, aus der Gesellschaft aussteigen, so etwas fasziniert Menschen noch heute.

Klack.

Sicherheiten aufgeben, wird gerade gesamtgesellschaftlich erforscht (um es mal so auszudrücken).

Klick.

Ohne Solidarität, Kreativität und friedlichen Umgang miteinander wird es schwierig werden. Darum scheint es insgesamt angebracht, trotz oder auch aufgrund der erforderlichen Distanz zugleich mehr Nähe zu wagen, aber ganz andere als bislang. Also nicht, um wie bislang eigene innere Löcher zu stopfen. Sondern, um zu spüren, wo die Löcher sind und sie nach und nach mit dem zu füllen, was da reingehört: Licht in die Dunkelheit. Liebe, die Entborgenheit heilsam in Zuhausesein wandelt.

Klack

In allem, was wir tun, können wir entsprechend licht- und liebevolle Vorläufer sein. Mitläufer, Hinterherläufer, Überläufer, Querläufer etc. gibt es ja schon genug.

Zwar deucht das Laufen in Quadratlatschen ziemlich anstregend, vor allem, wenn gesprungen werden muss oder schon jemand dort steht, wo man hinmöchte. Doch ist ja die Frage, ob Hüpfen und vor allem auch ,,Schlagen“ auf dem königlichen schwarzweißen Feld der Schachehre jemals sinnvoll gewesen sind. Niemand muss also springen, und außerdem kann man auch einfach da stehen bleiben, wo man ist und den eigenen Quadranten (sic!) erstmal in ein Quadrat ausbauen (von wegen heil und ganz und so).

Verlaufen wird sich bei all dem niemand. Sondern lediglich zu Hause bei sich ankommen.

Genau dieses Ankommen kann Frieden auf Erden ermöglichen. Wie es seit ca. 2020 Jahren allweihnachtlich zu sehen ist: Ein Kind kommt an in einem Stall. Hirten kommen an, beim Kind in diesem Stall. Weit gereiste Besucher kommen von weit her zu diesem Kind in diesem Stall.

Wer sich auf den Weg macht, wird bei sich ankommen. Ein Fuß im Haben, ein Fuß im Sein. Dann und bereits vorher Vorläufer sein. Das wird richtig gut.

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