Gedenkperformance am 24. März 2024 in Dörnigheim

Dokumentation der 24-29-3-45 Kollektiven Performance zum Gedenken an den Todesmarsch der Häftlinge des KZ „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken Ende März 1945 von Frankfurt nach Hünfeld. Die Kunstaktion wurde am 24. März 2024 von 14 bis 15 Uhr auf der Kennedystraße in Maintal-Dörnigheim durchgeführt.

Mit herzlichem Dank ans Vorbereitungsteam vor Ort und alle Unterstützenden dieser jährlichen Veranstaltung, die 2012 in Maintal-Dörnigheim mit 12 Figuren ihren Anfang genommen hat. Alle diesjährigen Beteiligten und Unterstützenden finden Sie hier.

Sechsseitiger Flyer zur Aktion 2024 im Buch des Gedenkens.
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Am Sonntag, den 26. März 2023, fand anlässlich des 78. Jahrestages des Todesmarsches der Häftlinge aus dem KZ „Katzbach“/Frankfurt nach Hünfeld die 24-29-3-45 Kollektive Performance in Langenselbold statt. Diese war ursprünglich für 2020 geplant gewesen und musste damals wegen des Corona-Lockdowns abgesagt werden. Bilder und Informationen zur Performance sind auf der Seite kzadlerwerke.de zu finden.

Mit den Ohren nuckeln?

Sonor tönt die Stimme, lädt zu Meditation und Achtsamkeit ein. Viele Menschen hören solche Podcasts und Apps, wollen sich beruhigen und entspannen, Stress abbauen.

Manche nutzen diese Angebote täglich, regelmäßig. Um weitermachen zu können, um ihren hochkomplexen Alltag durchzuhalten. Still werden, gestillt werden, mit den Ohren nuckeln.

Für mich klingen die meditativen Achtsamkeitsstimmen tatsächlich zumeist wie übertriebene Muttis und Vatis für Erwachsene. Atme ein, atme aus. Alles wird gut.

Als hätten die Zuhörer in ihren frühen Lebensjahren nicht oder zu wenig erlebt, dass da jemand ist, der beruhigt. Ihr Unbewusstsein hungert nun nach jemandem, der nachliefert.

Doch statt dass die darbenden inneren Leerstellen endlich gefüllt würden, verhallen die Konservenstimmen in den Untiefen des früh versehrten Seins der Hörenden.

Bald kommt der Abend wieder. Anschalten. Lauschen. Frieden finden. Wann. Bitte.

Nach und nach macht sich so Machtsamkeit dessen breit, was Achtsamkeit anpreist. Denn immer mehr muss her. Neues, das mehr wirkt, breiter beruhigt, schneller stillt.

Doch wird diese vermeintliche Ruhe das innere Rufen nur lauter werden lassen. Denn was wirklich fehlt, ist Dein verlorenes Selbst. Dies kannst Du selbst zurückrufen, -singen, -holen.

Dein Geburtsrecht ist, heil und ganz zu sein, unendlich geborgen.

Die Acht steht für Unendlichkeit – und für Neuanfang. Nun denn, es ist nie zu spät, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen. Achtsam statt machtsam.

Jetzt Dein Selbst zurückbringen.

#achtsamkeit #entspannung #mentalhealth #meditation #stressmanagement

In der Sprachbarke raus aus der Misere

Ganzwerden statt nicht schlafen können. Eine kleine Erklär-mir-Intrasonanz-Geschichte.

Hol das, was Dein ist, nach Hause – zu Dir.

Die junge Frau sagte, sie habe seit einer Woche nicht richtig geschlafen. Lege sie sich hin, sei sie hellwach. Die ganze Nacht stünde der Kopf nicht still. Es sei kein Grübeln, sondern ein Nichtschlafenkönnen, weil es im Kopf rund ginge. Irgendwann höre sie morgens die Vögel zwitschern, und im Hellen sei an Schlaf sowieso nicht mehr zu denken. Wie wir das in der Sprachbarke geändert haben – und schnellbootmäßig erklärt, warum das funktioniert.

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Nie wieder ist möglich

– Zum Gedenken an 75 Jahre Befreiung von Auschwitz. –

Lumpenkind – nach Auschwitz transportierte Frauen ließen ihre Säuglinge in den Kleiderkammern zurück, hoffend, man würde die Kinder am Leben lassen – Finkhofwolle, 2009

Bei einer Performance zum Gedenken an den Todesmarsch 1945 von Frankfurt nach Hünfeld passiert es Teilnehmern, dass Bilder eigenen Leids in ihnen hochsteigen. Sie fragen mich dann mit Tränen in den Augen, ob sie an diese Erfahrungen, meist Flucht und Vertreibung, denken dürften. Bei der Performance ginge es doch schließlich um etwas anderes.

Meine Antwort lautet dann immer: Ja, und wir kommen nur miteinander weiter, wenn wir erkennen, dass alles Leid etwas miteinander zu tun hat. Bilder zu verdrängen, Erfahrungen zu verschweigen – wir wissen alle, dass das in den vergangenen Jahrzehnten wenig gebracht hat. Heute in Deutschland lebende Jüdinnen und Juden überlegen bereits, das Land zu verlassen.

Wichtig ist, Verdrängtes aus seiner dunklen Gefrorenheit hervorzuholen ans Licht und es so in Frieden zu bringen. Unter anderem durch das, was bei den Performances zum Todesmarschgedenken passiert, weiß ich, dass dies möglich ist.

Kollektiv oder jeder für sich – was war, kann in Frieden gebracht werden. Nicht, damit es vergessen wird. Sondern im Gegenteil: Menschen mit heilenden Seelen können viel leichter und dabei kraftvoller dazu beitragen, dass sich so etwas wie die Nazizeit nie wiederholt.