Du bist eine Hexe. Du brauchst einen Besen. Du gehörst auf den Scheiterhaufen. Solche Aussagen sind noch heute an der Tagesordnung. Rote Haare oder die nähere Beschäftigung mit Küchenkräutern genügen Männern wie Frauen, andere als Hexe zu bezeichnen.
Sonor tönt die Stimme, lädt zu Meditation und Achtsamkeit ein. Viele Menschen hören solche Podcasts und Apps, wollen sich beruhigen und entspannen, Stress abbauen.
Manche nutzen diese Angebote täglich, regelmäßig. Um weitermachen zu können, um ihren hochkomplexen Alltag durchzuhalten. Still werden, gestillt werden, mit den Ohren nuckeln.
Für mich klingen die meditativen Achtsamkeitsstimmen tatsächlich zumeist wie übertriebene Muttis und Vatis für Erwachsene. Atme ein, atme aus. Alles wird gut.
Als hätten die Zuhörer in ihren frühen Lebensjahren nicht oder zu wenig erlebt, dass da jemand ist, der beruhigt. Ihr Unbewusstsein hungert nun nach jemandem, der nachliefert.
Doch statt dass die darbenden inneren Leerstellen endlich gefüllt würden, verhallen die Konservenstimmen in den Untiefen des früh versehrten Seins der Hörenden.
Bald kommt der Abend wieder. Anschalten. Lauschen. Frieden finden. Wann. Bitte.
Nach und nach macht sich so Machtsamkeit dessen breit, was Achtsamkeit anpreist. Denn immer mehr muss her. Neues, das mehr wirkt, breiter beruhigt, schneller stillt.
Doch wird diese vermeintliche Ruhe das innere Rufen nur lauter werden lassen. Denn was wirklich fehlt, ist Dein verlorenes Selbst. Dies kannst Du selbst zurückrufen, -singen, -holen.
Dein Geburtsrecht ist, heil und ganz zu sein, unendlich geborgen.
Die Acht steht für Unendlichkeit – und für Neuanfang. Nun denn, es ist nie zu spät, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen. Achtsam statt machtsam.
Braucht Ihr das wirklich noch immer: Meinen Sohn am Kreuz hängen sehen, dieses ganze Leiden sieben Wochen lang bedenken, haarklein, bis in die tiefste Wunde hinein immer wieder in die Seite bohren: Ist er schon tot?
Gehörst Du auch zu denen, die glauben, 100 % könne man nicht in sich selbst aufräumen?
So nach dem Motto: 10 bis 30 % geht nicht, weil zu tief, kommt man nicht dran, will man nicht dran, muss man auch nicht dran, weil … 100 % kann man eh nicht aufräumen?
Dann lass uns die 100 % mal in vier 25-%-Schritte teilen.
Von was eigentlich: Alltag, Arbeit, Mann, Frau, Kindern, Sorgen, Ängsten, allem auf einmal, einem Teil davon oder von sich selbst?
Und wird die Zeit dann ausgeschaltet, die man mit all dem verbringt? Oder geht man aus der gewohnten Zeit hinaus in eine andere?
Zumeist geht man für eine Auszeit in eine andere Umgebung hinein. Möglichst eine, in der die Zeit anders tickt. Zum Beispiel langsamer. Oder qualitätvoller, was auch immer dies sei.
Kann in Corona-Times gut erlernt werden und bleibt anschließend hoffentlich in den Köpfen. Beschreibt genau das, was Verantwortung tragen eigentlich meint, war bislang jedoch schwer umsetzbar. Andernfalls sähe es auf Erden anders aus.
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